Über die Lofoten und Vesterålen

Geschichte

Steinzeit

Die ältesten Spuren menschlicher Besiedelung der Inseln stammen aus der Zeit um 5000 vor unserer Zeitrechnung. In Höhlen fand man Felszeichnungen und die Ausgrabungen an solchen Wohnplätzen belegen, dass bereits zu dieser Zeit Ziegen gehalten wurden.

Wikingerzeit

Die Funde auf Vestvågøy belegen, dass hier und an anderen Orten Nordnorwegens einflussreiche Wikingerhäuptlinge gelebt haben: Tore Hjort aus Vågan, Ottar aus der Gegend um Tromsø und der später nach Island ausgewanderte Olaf Tvennumbruni aus Borg.

Mittelalter

Vågan hieß die älteste Stadt Nordnorwegens. Sie befand sich etwa dort, wo heute Kabelvåg liegt. Von hier aus wurde bereits im Mittelalter Stockfisch von Frachtseglern nach Bergen und weiter über die Hanse nach Südeuropa gebracht. Mehr dazu im Kapitel über den Stockfisch.

19. Jahrhundert

1860–90 bilden Heringsfänge von bisher nicht gekannten Ausmaß eine neue Einkunftsquelle neben dem traditionellen Dorschfang. 1881 wurde die »Vesterålen Dampfschiffgesellschaft« gegründet, aus der bald die Hurtigrute hervorging. Diese Schifffahrtslinie, die auch als Reichsstraße Nr.1 bezeichnet wird, war für die Menschen in Nordnorwegen verkehrstechnisch eine Revolution. Endlich konnte man nach einem festen Fahrplan reisen, Post kam regelmäßig und Fracht konnte in einem festen Turnus befördert werden.

20. Jahrhundert

Am Anfang des 20. Jahrhundert waren immer noch Schiffe und Boote das einzige Verkehrsmittel auf den Inseln. Bei stürmischen Wetter musste man zu Fuß von Ort zu Ort gehen. Allmählich begannen motorisierte kleine Kutter die offenen Ruderboote abzulösen. Aber es gab auch Konflikte zwischen den armen Fischern, die immer noch mit ihren offenen Nordlandbooten hinaus fuhren, und den ersten Trawlern, die mit Dampf betrieben wurden. Die »Schlacht im Trollfjord« ist das bekannteste Beispiel, wo es sogar zu handgreiflichen Auseinandersetzungen kam, weil die Dampfschiffkapitäne den zwei Kilometer langen Trollfjord mit Netzen abgeriegelt hatten und von den Fischern mit den kleinen Booten verlangten, dass sie einen Teil ihres Fanges abgeben sollten, wenn sie im Fjord fischen wollten.

2. Weltkrieg

In den ersten Kriegsjahren blieben die Bewohner der Inseln im Großen und Ganzen verschont. Die deutschen Besatzer hatten es lediglich auf einige Heringsölfabriken abgesehen, die für die Rüstungsindustrie wichtig waren. Im März 1941 änderte sich das Bild und die Britische Kriegsmarine machte einen Angriff auf mehrere Fischölfabriken und Tanklager auf den Lofoten. Die Bewohner begrüßten die britischen Soldaten als Befreier. Als sie sich nach wenigen Stunden zurückzogen, folgten viele Bewohner Ihnen ins Exil nach England, wo sich auch der norwegische König befand. Danach kam es zu brutalen Vergeltungsaktionen der deutschen Truppen. Fortan waren die deutsche Wehrmacht wie auch SS und Gestapo immer präsent und die Inseln blieben auch von Kampfhandlungen und Bombardierungen nicht verschont.
Bei der zweiten Offensive im Dezember des gleichen Jahres hatten die Bewohner schnell begriffen, das dies nicht der unmittelbare Beginn der Befreiung vom Faschismus war, sondern dass sie nur die Opfer einer strategischen Operation waren. Sie reagierten aus Angst vor Repressionen zurückhaltend, aber wieder flohen viele Lofoter nach England. Dennoch ging der Plan der Allierten langfristig auf: Nazideutschland baute die Küste Nordnorwegens zunächst mit viel Energie zu einer Festung aus, wurde dann aber zum Rückzug und schließlich zur Kapitulation gezwungen. Die grausame Behandlung der Bevölkerung und insbesondere der Kriegsgefangenen, die in Nordnorwegen beim Straßenbau eingesetzt wurden, und die "Verbrannte Erde" auf dem Rückzug zeigten auch hier der Welt wie deutsche Gründlichkeit aussehen kann.

Nachkriegszeit

Der Einsatz neuer Fangmethoden und die durch die Kriegsjahre verschonten Fischbestände führten zu neuen Rekordjahren im Fischfang. Mit den größeren Booten ändert sich auch das Leben der Menschen. Es entsteht eine Fischindustrie mit Kühlhäusern und Filetierfabriken. Straßen werden gebaut und Fährlinien verbinden neben der Hurtigrute die Inseln. Orte, die bisher ein Schattendasein führten, blühen auf; andere wie zum Beispiel Öksnes auf Skogsøya, die bislang das Zentrum der Region waren, verlieren an Bedeutung. Kleine Orte und Höfe wie etwa auf den Außenseite von Moskenesøy werden ganz verlassen und aufgegeben. Einst blühende Fischerorte wie Nyksund und Nußfjord werden entvölkert weil ihre Lage nicht mehr den modernen Erfordernissen an einen Fischerhafen entspricht.

Tourismus ist auf den Lofoten ungefähr seit 50 Jahren ein Thema. 1963 wurde der Lofotveien, der der heutigen E10 entspricht, eröffnet. Diese Straße machte es möglich die Inseln von Moskesnesøy bis Austvågøy mit dem Auto zu durchfahren. Zwischendurch musste man seinerzeit allerdings noch einige Fähren nehmen. 1980 wurde der Nappstraumentunnel, der die Inseln Vestvågøy und Flakstadøy verbindet, eingeweiht und fortan war die Verbindung von Fiskebøl im Norden bis nach Å im Süden fährfrei zu durchfahren. Der erste Campingplatz entstand 1961 in Sandsletta. Heute wird die Anlage von den Geschwistern Beate und Terje Bertheussen in der dritten Generation betrieben.

Ein weiterer Meilenstein war sicherlich 2007 die Eröffnung der Trasse Lofast, die es nun möglich macht fähr- und mautfrei vom Festland auf die Lofoten zu fahren.
Auf den Vesterålen geht und ging es ein wenig beschaulicher zu. Die Gemeinde Bø wurde 1980 an den Rest der Vesteralen durch einen Tunnel angeschlossen. Die Vestbygdinseln, wo sich früher das Zentrum der Region befand, sind bis heute nur per Boot erreichbar. Walbeobachtungstouren werden seit 1988 von Andenes und seit 1994 von Stø veranstaltet.


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